Eine theoretische Position des Fersenbeins, in der es weder nach innen noch außen kippt – genutzt als Basis in der klassischen Einlagenherstellung.
waltergo Balance ergänzt Barfußschuhe mit einer minimalistischen Einlage, die natürliche Untergrundreize simuliert, die Fußmuskulatur aktiv hält und das Fußklima verbessert. Den ganzen Hintergrund erfahren Sie hier: Wir Menschen sind ein Meisterwerk der Evolution. Über zehntausende von Jahren war unser Körper auf eines perfekt eingestellt: barfuß auf natürlichem, unebenem Untergrund zu laufen. Ob Waldboden, Sand oder Wiese – jeder Schritt stimulierte die Millionen von Rezeptoren an unserer Fußsohle. Die Fußsohle lieferte dabei ständig sensorische Informationen, die Balance, Haltung und Bewegungssteuerung unterstützten.[dr-stumptner] [Tiroler Tageszeitung]. Dieser permanente Reiz war ein genialer, körpereigener Schutzmechanismus: Er sorgte vollautomatisch für Training, Muskelaufbau, gute Durchblutung, Stabilität und – über die Reflexzonen – vermutlich sogar für die Aktivierung unserer inneren Organe. Der Fuß musste sich permanent an wechselnde Untergründe anpassen.
Und heute? Innerhalb weniger Jahrzehnte haben wir diesen natürlichen Untergrund fast vollständig gegen harten Asphalt, Beton und sterile Böden eingetauscht. Schlimmer noch: Unsere Füße stecken in
Schuhen, die modischen Zwängen folgen, statt der Biomechanik des Körpers. Wir haben unseren Füßen die Reize entzogen. Das Resultat ist eine biomechanische Zwangslage, die dem gesamten Organismus
enorme Kompensationen abverlangt – von Knieschmerzen bis hin zu chronischen Rückenbeschwerden. Auch Fußfehlstellungen wie Spreizfüße oder Hallux valgus sind Probleme der Moderne.
Mit dem Trend der Barfußschuhe rückt die Fußgesundheit ins Zentrum der Wahrnehmung. Die Idee ist einfach: Der Käfig für unsere Füße, in Form stabiler und stark gedämpfter Schuhe, soll
verschwinden, die Schutzfunktion jedoch soll erhalten bleiben. Die Idee ist einleuchtend: Dem Fuß seine natürliche Freiheit zurückzugeben. Das geschieht hauptsächlich über drei Faktoren:
Moderne Barfußschuhe haben eine breite Zehenbox. Dadurch ist der große Zeh, der eine wichtige biomechanische Funktion während der Abstoßphase beim Gehen und zur Stabilisation des Fußes in der
Standphase übernimmt, in seiner Bewegung uneingeschränkt (siehe: Abbildung 1)
Als Fersensprengung bezeichnet man die Höhendifferenz zwischen Ferse und Ballen. Durch sogenannte Keilabsätze haben vom modernen Sneaker bis zum Business-Schuh ein Großteil der Schuhe eine
Fersensprengung. Diese bewegt sich oft zwischen 5-15mm. Das Gegenteil wird als Nullabsatz oder Zero-Drop bezeichnet(siehe: Abbildung 2). Oftmals wird das durch eine Entlastung der Achillessehne
begründet [Taylor and Francis]. In Wirklichkeit jedoch ist eine Sprengung unnatürlich und belastet
Knie und Hüfte [TrueMotion].
Die Laufsohlen sind bei Barfußschuhen oft extrem dünn und elastisch. Die Idee hierbei ist, die Reize des Untergrunds direkt an die Füße weiterzuleiten, sodass diese sich über muskuläre
Anspannungen auf die wechselnden Untergründe anpassen, anstatt das weichen Polstersohlen zu überlassen. Die Achtsamkeit soll gesteigert werden, indem Steine, Sand, Holz, Asphalt oder Erde
deutlicher zu spüren sind [Kjavik]. Ein Beispiel ist der Kjavik One aus
der nachfolgenden Abbildung 3.
Einlagen nach dem STN-Prinzip richten sich nach statischen Messungen, meist im Sitzen. Doch Fehlstellungen zeigen sich in Bewegung. Das Konzept ist daher symptomorientiert: Es
korrigiert, was man „sieht“, aber nicht, was wirklich passiert.
Kriterium
Material
Ziel
Anpassung an Belastung
Wirkprinzip
Muskelaktivität
Langzeitwirkung
Diagnostikbasis
Subtalar Neutral
hart, starr
passives Stützen
Nein
Statik (Fersenposition)
wird reduziert
Abhängigkeit möglich
statische Analyse
Propriozeptive Einlagen
weich, flexibel
aktives Trainieren
Ja
Dynamik (Stimulation)
wird gefördert
nachhaltige Selbstkorrektur
biomechanische Ganganalyse
Propriozeptive Einlagen dagegen stimulieren gezielt die Fußmuskulatur. Der Körper reagiert mit Aktivierung, es entsteht ein Trainingseffekt bei jedem Schritt. Die Muskulatur wird
aufgebaut, die Haltung verbessert sich langfristig, ohne äußeren Zwang.
Ein weiterer Vorteil: Die Wirkung wird 6–10 Wochen nach der Versorgung barfuß per Druckmessplatte kontrolliert. So lässt sich objektiv messen, ob sich Bewegungsmuster,
Druckverteilung und Fußfunktion verbessert haben.
Propriozeptive Systeme basieren auf der Analyse des individuellen Gangbilds, auf dynamischen Bewegungsdaten. Sie fördern Eigenwahrnehmung, Muskelaktivierung und natürliche
Bewegungsmuster. Sie behandeln also die Ursache, nicht nur das Symptom.
Wer langfristig gesunde Füße, Knie und Gelenke möchte, braucht mehr als passive Korrektur. Propriozeptive Einlagen bieten eine neue Dimension in der Einlagenversorgung – individuell, dynamisch und ganzheitlich. Sie trainieren statt stützen. Und genau das macht den Unterschied.
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